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Dieses Buch liest sich wie eine Fortsetzung von Christiane Ludwig-Körners 2014 erschienenem Buch Wiederentdeckt. Psychoanalytikerinnen in Berlin (Gießen: Psychosozial-Verlag). Auch in Und sie fanden eine Heimat porträtiert Ludwig-Körner Frauen (zwischen 18 und 44 Jahren), deren Namen und Gesichter weitgehend unbekannt sind. Die meisten Frauen waren dadurch miteinander verbunden, dass sie Jüdinnen aus Österreich oder Deutschland waren, ihre Heimat hatten verlassen müssen, unterschiedliche Ausbildungslevel als Krankenschwestern, Kindergärtnerin oder Hortnerin mitbrachten – sogar eine promovierte Psychologin war unter ihnen – und in England in Einrichtungen für Kinder tätig waren, die durch die Bombardierung englischer Städte durch Deutsche und durch Internierung in Konzentrationslagern heimat- und elternlos geworden waren. Die Interviews in dem Buch sind kleine Brücken in gekappte persönliche Geschichten. So erinnert der Bilderreichtum des Bandes auch an ein Familienalbum.
Ludwig-Körner beginnt mit einer kleinen Institutionengeschichte: Anna Freud hatte, zusammen mit Dorothy Burlingham, im Februar 1937 ihre Jackson-Kinderkrippe in Wien sehr liebevoll eingerichtet. Sie musste sie aufgeben, als sie 1938 von den Nationalsozialisten vertrieben wurde und zusammen mit ihrem Vater und dem engsten Familien- und Freundeskreis, ihre Heimatstadt verließ. Der Transfer von Wien nach London glückte ihr, vielleicht auch weil sie von der Idee einer psychoanalytisch geführten Kinderkrippe für sozial benachteiligte Kinder erfüllt war. Zu diesem Neuanfang, der zugleich Kontinuität war, trugen die Möbel der Jackson-Kinderkrippe zur Einrichtung des ersten von drei Kriegskinderheimen,
den Hampstead War Nurseries in London, entscheidend bei. In den Heimen wurden über 100 Kinder betreut. Finanziert wurden sie durch den »Foster Parents’ Plan for War Children«. Die New Yorker Geldgeber forderten von Anna Freud und ihren Mitarbeitern monatliche Berichte über die Arbeit; dieser Forderung kam A