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Aus psychoanalytischer – sei es klinischer, sei es sozialpsychologischer – Sicht ist die philosophische Diskussion zu Hoffnung und Hoffnungslosigkeit gerade in Zeiten multipler Krisen von besonderem Interesse – nicht zuletzt, um voneinander lernen und im Zusammenspiel der Disziplinen neue Sichtweisen entwickeln zu können. Dazu haben Vera King, Professorin für psychoanalytische Sozialpsychologie und Soziologie an der Goethe-Universität Frankfurt/M. und Direktorin des Sigmund-Freud-Instituts Frankfurt/M. sowie Professor Heinz Weiß, Psychoanalytiker, ehemaliger Chefarzt am Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart und derzeit Leiter des medizinisch-psychoanalytischen Bereichs am Sigmund-Freud-Institut, ein Gespräch geführt mit
Claudia Blöser, Professorin für Praktische Philosophie an der Universität Köln und Kant-Expertin, die über »Hope. Its Nature, Rationality and Contexts« habilitierte und u.a. auch zu »Hope in the Time of Climate Change« publizierte,
Darrel Moellendorf, Professor für Internationale Politische Theorie und Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt/M., zuvor San Diego, der als Klima- und Moralphilosoph u.a. das Buch Mobilizing Hope. Climate Change and Global Poverty publizierte, und
Gunzelin Schmid Noerr, Professor mit Schwerpunkt Ethik an der Hochschule Mönchengladbach i.R., der zur Kritischen Theorie u.a. zusammen
* Bei der Redaktion eingereicht am 1.10.2024.
mit Eva-Maria Ziege den Band Zur Kritik der regressiven Vernunft. Beiträge zur »Dialektik der Aufklärung« herausgab.
Die Fragen stellten Vera King und Heinz Weiß.
Liebe Claudia Blöser, lieber Darrel Moellendorf: Ihr beschäftigt Euch beide schon seit vielen Jahren ganz zentral mit der Philosophie der Hoffnung – was ist der Hintergrund dieser intensiven Auseinandersetzung?
Claudia Blöser: Hoffnung ist ein lebenspraktisch bedeutsames Thema, sowohl im individuellen als auch im gesellschaftlichen Leben. Persönlich habe ich mich im Zusammenhang mit der Krebserkrankung meiner Schwester, die vor 20 Jahren ju