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»Der Rest ist Schweigen.« Mit diesem Zitat aus Shakespeares Hamlet erklärt Carl Gustav Jung in seinem Brief vom 6. Januar 1913, sich Freuds Vorschlag, »unsere privaten Beziehungen überhaupt aufzugeben« (Brief vom 3. Januar), zu »fügen« . Alle drei hier angeführten Protagonisten – Prinz Hamlet, Carl Gustav Jung und Sigmund Freud – und die von ihnen ausgehenden oder sie erfassenden Prozesse des zum Schweigen Bringens (»silencing«) erhalten einen Platz in diesem Buch.
Aber zunächst unterwerfen die Herausgeber in ihrer Einleitung den Prozess des »silencing« einer systematischen Analyse. Dabei arbeiten sie die Motive eines selbstgesteuerten Verstummens (»self-silencing«) genauso heraus wie die Mechanismen, mit denen nicht nur Täter, sondern auch Zeugen und Zeitgenossen Opfer zum Schweigen bringen, und welche umfassenden biopsychosozialen Folgen dies hat. In Übereinstimmung mit Keilsons (2005) Theorie der sequentiellen Traumatisierung erkennen sie, dass die Erfahrung, kein Gegenüber zu finden, das sich einem zuhörend zuwendet, die Fähigkeit, die eigene Geschichte zu erzählen, und den Glauben an menschliche Anteilnahme wirkungsvoller zersetzen kann, als es das traumatische Ereignis selbst vermochte. Dieser Abschnitt schließt mit Verweisen auf individuelle, professionelle, und gesellschaftliche Wege, Verschwiegenes oder nur Geflüstertes hörbar zu machen.