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Im Nationalsozialismus verschrieb sich die Psychoanalyse nicht mehr der individuellen Freiheit, sondern dem kollektiven Ziel der Volksgemeinschaft. Statt Kultur zu kritisieren und das Individuum zu stärken, wurde Psychoanalyse als Erziehung der und zur Gemeinschaft umfunktioniert. Während jüdische Psychoanalytiker emigrieren mussten, passten »arische« Analytiker ihre Arbeit der NS-Doktrin an und halfen dabei, die NS-Ideologie auch psychologisch zu verankern. So auch die bislang wenig beforschte Psychoanalytikerin und späteres DPG-Mitglied Margarete Seiff. Der Beitrag zeigt, wie Seiff Psychoanalyse, Pädagogik und Nationalsozialismus zu einer Einheit amalgamierte, und damit exemplarisch, welchen Stellenwert deutsche Psychoanalytiker im Nationalsozialismus einzunehmen bereit waren.