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Es ist schon erstaunlich, welche Aufmerksamkeit Transsexualität, Transidentität und Genderdysphorie in den letzten Jahren errungen haben. In politischen und kulturellen Debatten stehen sie in vorderster Reihe, wie die erregten Auseinandersetzungen um das am 1. November 2024 in Kraft getretene Selbstbestimmungsgesetz1 zeigen. Dabei vermischen sich unterschiedliche Themen. Ursprünglich ging es um eine kleine Personengruppe, die sich in ihrem Körper so wenig beheimatet fühlt, dass sie in das andere Geschlecht wechseln möchte. In letzter Konsequenz mit hormonellen und operativen Eingriffen, die für eine möglichst weitgehende Angleichung sorgen sollen.
Begleitet und überlagert wird dieses Phänomen durch grundlegende Erörterungen darüber, was das Geschlecht eines Menschen ausmacht. Die Binarität der Geschlechter wird dabei in Frage gestellt, nicht nur psychisch und sozial, sondern auch biologisch. Und damit ein unumstößliches Faktum: Das biologische Geschlecht definiert sich anhand der Keimzellen. Mehr als zwei gibt es nicht: große und kleine Gameten, Eizellen und Spermien. Sie sind die Grundlage jeglicher Reproduktion
* Alexander Korte (2024): Hinter dem Regenbogen. Entwicklungspsychiatrische, sexual- und kulturwissenschaftliche Überlegungen zur Genderdebatte und zum Phänomen der Geschlechtsdysphorie bei Minderjährigen. Stuttgart (Kohlhammer), 411 Seiten, € 27,00.
Gesetz über die Selbstbestimmung in Bezug auf den Geschlechtseintrag und zur Änderung weiterer Vorschriften . Bundesgesetzblatt Teil l, Nr. 206 am 21. Juni 2024.
und Evolution (Meyer, 2022; Nüsslein-Volhard, 2022; Korte, 2024). Judith Butler hingegen leugnet
»das naturgegebene Vorhandensein zweier nach Geschlecht unterscheidbarer Körper [, …] denn – so ihre kühne These – selbst das biologische Geschlecht sei als Produkt eines gesellschaftlichen Diskurses und damit von Macht zu interpretieren, einer Macht, die nicht nachträglich auf einen natürlichen Körper einwirke, sondern diesen überhaupt erst hervorbringe« (D