You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Untersucht wird das psychoanalytische Konzept der Regression. Dazu werden dessen Ursprünge in Freuds Unterscheidung zwischen zeitlicher, topischer und formaler Regression und dessen Weiterentwicklungen, insbesondere in der Objektbeziehungstheorie, verfolgt. Im Zentrum der Überlegungen steht die Differenzierung zwischen malignen Regressionsformen, die Entwicklung blockieren, und fruchtbaren Aspekten regressiven Erlebens, die neue symbolische Bedeutungsräume eröffnen können. Formen maligner Regression erscheinen als Abwehr gegen den Verlust von Omnipotenz und verweigern die damit verbundene Trauerarbeit. Statt einer symbolisierenden Wiederbelebung werden frühe Beziehungstraumata reinszeniert, ohne dass eine Integration gelingt. In der Wiederholung zeigt sich als zentrales Merkmal die Auslöschung der getrennten Existenz des anderen im Sinne einer Desobjektalisierung. In der fruchtbareren Regression wird Trauer über den Verlust von Omnipotenz und Ungetrenntheit möglich. Regression kann kreativ werden, wenn haltende Präsenz und Erfahrungen von Getrenntheit zusammenkommen – als Möglichkeitsraum, in dem frühe Erlebnisse wieder erfahrbar und transformierbar werden können.