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Der Beitrag verfolgt anhand Wolfgang Hilbigs Erzählung »Alte Abdeckerei« eine Vertiefung literaturpsychoanalytischer Rezeptionstheorie. Jean Laplanches Konzept der »rätselhaften Botschaften« wird auf den literarischen Text bezogen, der sich durch Ambiguität und ein ständiges Sich-Entziehen eindeutiger Lesarten auszeichnet. Aufbauend auf Walter Benjamins Auffassung vom Kunstwerk und Laplanches »Allgemeiner Verführungstheorie« wird das Kunstwerk/der literarische Text als Quasi-Subjekt betrachtet, dessen Sinn sich dem Leser in Konfrontation mit der ihm eigenen Ambiguität entzieht und fortwährend scheiternd gesucht werden muss. Anhand konkreter Textanalysen versucht der Beitrag zu zeigen, wie das Modell einer intersubjektiven Beziehung zwischen Text und Rezipient einerseits viel Erklärungskraft für den dynamischen Akt des Lesens besitzt, andererseits aber an seine Grenzen kommt bzw. der Erweiterung bedarf, indem Vieldeutigkeit und das »Abjekte« (Kristeva) in ihrem Verhältnis zum sexuellen Unbewussten des Textes als produktive Kräfte begriffen werden.