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Klinische Phänomene bei der Analyse schwer gestörter Patienten lassen sich auf Traumatisierungen in der Prä-, Peri- und Postnatalzeit zurückführen. Die aktuelle epidemiologische und neurobiologische Forschung zu diesem Thema stützt die zugrunde liegende Annahme, dass negative Umwelteinflüsse umso schädlicher sind, je früher sie auf das Individuum einwirken, und weist Einflüssen in der Pränatalperiode sowie der Frühgeburtlichkeit eine besondere Bedeutung für die Entstehung und Entwicklung von psychischen Störungen zu. Welche innerpsychischen Mechanismen von der frühen Mangelerfahrung in späteren Analysen symptomatisch werden, ist dagegen umstritten. Der Auffassung, dass sich frühe Traumata so abkapseln, dass sie in der analytischen Beziehung als Aktualneurosen punktgenau freigelegt werden können, wird mit Verweis auf die Bedeutung der »Nachträglichkeit« widersprochen. Was sich bei der analytischen Arbeit mit Kindern und Erwachsenen entfaltet, hat zwar in der frühen Entwicklung seinen Ausgang genommen, stellt aber trotzdem eine Neuschöpfung im Hier und Jetzt der aktuellen Übertragungsbeziehung dar. Implikationen für die klinisch-psychoanalytische Praxis werden diskutiert.