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Der Beitrag untersucht Julien Gracqs schriftstellerisch gestaltete Randgebiete als künstliche »Kontaktschranken« im Sinne Wilfred Bions. Es wird gezeigt, wie Schwellenräume – Frontlinien, Küsten, Waldränder, Vorposten, Übergänge und saisonale Kippmomente – als literarische »Wahlheimat« des Autors in dessen Werk zu Modellen einer Berührung mit dem Unbewussten werden. Im Zentrum steht der Roman »Ein Balkon im Wald« (1958), der den »drôle de guerre« als traumartigen Schwebezustand inszeniert. Die von der psychoanalytischen Literaturwissenschaft einst formulierte, inzwischen jedoch als überholt geltende »Traumanalogie« wird im Anschluss an Bion funktionsorientiert neu gedacht: Literatur erscheint als künstlich hergestellte Membran, die rohes Erleben und unbewusstes Material in denk- und träumbare Formen transformiert. Der fern schwelende Krieg erscheint als unverarbeitetes »Beta-Element«, an dem sich die literarische »Kontaktschranke« als »Präkonzeption« und »Container« ausrichtet. Durch die Verknüpfung der Konzepte »Alpha-Funktion«, »Container/Contained« und »PS↔D« wird der Roman als »Apparat für den Kontakt mit Realität« lesbar.