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Der Beitrag betrachtet die Auswirkungen der Klima- und Umweltkrise auf die psychotherapeutische Beziehung, insbesondere die Neutralität des Therapeuten. Psychoanalytiker leben eingebettet in ihre jeweilige Zivilgesellschaft und teilen unweigerlich die Überzeugungen und Wünsche, Ängste, Werte und Erwartungen ihrer Zeit. Ob sich der Analytiker in Verleugnung, Ablehnung oder klarer Akzeptanz befindet, ob er von Angst und Schuldgefühlen überwältigt, indifferent oder von einer Form aktiver Hoffnung erfüllt ist – sein Zuhören trägt die Spuren dieser Einflüsse. Bei allem Bemühen um gleichschwebende Aufmerksamkeit und Neutralität treten die Werte, Überzeugungen, Ängste und Erwartungen in Resonanz mit denen der Patienten, prägen das Verständnis des klinischen Materials und steuern die Interventionen. Auf institutioneller wie auf klinischer Ebene drängt sich die Frage auf: Wie interagiert die Psychoanalyse mit ihrem sich wandelnden soziopolitischen Kontext?