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Die Frage, um die meine folgenden Überlegungen kreisen, ist, wie man zwischen zwei- und dreidimensionaler Neutralität unterscheiden kann. Zweidimensionale Neutralität vermeidet das Denken und ist ein statischer, steriler Geisteszustand, der Veränderung gegenüber nicht offen ist. Dreidimensionale Neutralität basiert dagegen auf der Fähigkeit, zwischen verschiedenen inneren Positionen auf vielfältige Weise hin und her zu navigieren, was eine Plattform für Veränderung und Denken darstellt.
In der physikalisch-optischen Terminologie ist Schwarz die Farbe, die alle Farben absorbiert. Ein idealer schwarzer Körper absorbiert fast alle Wellenlängen, die auf ihn fallen, und spiegelt sie nicht zum Auge zurück: Aus diesem Grund wird er als dunkel wahrgenommen. Im Gegensatz dazu ist Weiß die Farbe, die alle Farben abweist: Eine weiße Oberfläche zerstreut fast alle Wellenlängen in ähnlichem Maße und »schluckt« das Licht deshalb nicht, sondern sendet es an das Auge des Betrachters zurück. Im metaphorischen Spiel von »Absorbieren« und »Abweisen« ist Schwarz also die Farbe, die alles absorbiert, und Weiß die Farbe, die alles abweist. Kehrt man zur Unterscheidung zwischen dreidimensionaler und zweidimensionaler Neutralität zurück, kann man sich dreidimensionale Neutralität als eine Neutralität vorstellen, die die verschiedenen Farben
* Schriftfassung eines Vortrags auf der 39. Jahrestagung der Europäischen Psychoanalytischen Föderation (EPF) zum Thema »Neutrality – Neutralität – Neutralité« in Oslo, Norwegen am 27./28.3.2026. Bei der Redaktion eingegangen am 13.2.2026.
und Positionen absorbiert – im Gegensatz zur zweidimensionalen Neutralität, die man sich als »weiße« Neutralität vorstellen kann (in gewisser Weise im Sinne von André Greens Gebrauch des Wortes »weiß«), die alle Farben zurückweist und somit hohl und leer bleibt. Wenn zweidimensionale Neutralität die Position eines »weder dieses noch jenes« verkörpert, so entspringt dreidimensionale Neutralität einer Position des »sowo