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Der vorliegende Band versammelt erstmals ausgewählte Schriften Goldy Parin-Matthèys. Die Herausgeber Johannes und Michael Reichmayr haben von 2018 bis 2025 die neunzehnbändige Werkausgabe Paul Parins, des Ehemanns Parin-Matthèys, ediert (vgl. Psyche 4/2022 und 11/2023).
Parin-Matthèy wurde 1911 in Graz geboren und starb 1997 in Zürich. Nach ihrer Ausbildung zur Röntgenassistentin setzte sie ihre Fähigkeiten von 1937 bis 1939 für die medizinische Versorgung der Antifaschisten im Spanischen Bürgerkrieg ein. Ab 1944 unterstützten sie und ihr Mann Paul als Mitglieder einer Schweizer Ärzte-Mission die jugoslawischen Partisanen im Kampf gegen die Nazis.
Nach ihrer Rückkehr absolvierte Parin-Matthèy in Zürich ihre psychoanalytische Ausbildung bei Rudolf Brun und gründete 1952 mit Paul Parin und Fritz Morgenthaler eine psychoanalytische Gemeinschaftspraxis. Die drei trafen sich mit weiteren Interessierten ab 1948 wöchentlich zum sogenannten »Mittwoch-Chränzli«, um die psychoanalytische Literatur und eigene Fälle zu besprechen. Während Paul 1958 zu den Gründungsmitgliedern des Psychoanalytischen Seminars Zürich gehörte und dort unterrichtete, stand Goldy der Verschulung und den hierarchischen Institutionen der Psychoanalyse ihr Leben lang ablehnend gegenüber (vgl. S. 118).
Ihre Abenteuerlust lebten die Parins in den Jahren 1954 bis 1977 mit umfangreichen Reisen nach Afrika aus. Mit ihren beiden großen Studien Die Weißen denken zuviel und Fürchte deinen Nächsten wie dich
selbst leisteten die Parins und Morgenthaler einen grundlegenden Beitrag zur Entwicklung der Ethnopsychoanalyse.
Die von Parin-Matthèy als Einzelautorin gezeichneten Texte sind überschaubar. Ihre Schriften werden im vorliegenden Band erstmals in einer Gesamtbibliographie verzeichnet (S. 205–209). In Marianne Pletschers Dokumentarfilm über die Parins, Mit Fuchs und Katz auf Reisen , sagt Goldy, dass sie zu faul sei, zu schreiben, und alles, was ihr wichtig sei, von ihrem Mann geschrieben werde (vgl. S. 327).