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Thomas H. Ogden ist ein Autor, der sich in zweifacher Hinsicht auszeichnet: durch eine besondere Klarheit im Denken und Schreiben und durch seine bahnbrechende Weiterentwicklung psychoanalytischer Theorie und Praxis. Mit den von ihm weiterentwickelten Konzepten des »psychoanalytischen Dritten«, der »Träumerei« und der »ontologischen Psychoanalyse« ist es Ogden gelungen, diejenigen Strukturen menschlicher Erfahrung verständlich zu machen, die sich einer direkten sprachlichen Beschreibung entziehen. Im Fokus seiner Überlegungen stehen die Erfahrungen von Sein und Werden sowie die menschliche Fähigkeit, sich real, lebendig und authentisch zu erleben. Dabei hat Ogden den Schwerpunkt einer gelingenden Analyse von ihrer epistemologischen zu ihrer ontologischen Dimension verlagert: Der Prozess einer Ent-Entfremdung des Selbst vollzieht sich nicht primär auf der Ebene des Erkennens und Verstehens, sondern auf der des Seins und des Werdens. Die holistische Erfahrung des Lebendigseins und Sich-real-Fühlens hat in dieser Hinsicht Vorrang vor der Selbsterkenntnis
bzw. dem Bewusstwerden von Verdrängtem. Die Auflösung psychischer Blockaden gelingt durch das Wiedererlangen psychosomatischer Lebendigkeit als Voraussetzung dafür, mehr man selbst zu werden. Wie genau dieser Prozess einer Befreiung des Selbst beschaffen ist und von welchen Bedingungen und Konstellationen er abhängt, hat Ogden in seinem neuen Buch What Alive Means. Psychoanalytic explorations auf beeindruckend komplexe Weise veranschaulicht.
Gleich zu Beginn dieses insgesamt neun Kapitel umfassenden, schmalen Bandes führt Ogden den Leser in seine Grundidee ein, dass aus dem Blickwinkel klinischer Erfahrungen der ontologischen Dimension der Psychoanalyse ein Vorrang vor der epistemologischen zugeschrieben werden muss. Im Zentrum seiner These steht das Interesse an dem individuellen Umgang mit paradoxalen Erfahrungen. Lebendigkeit und Tod, Wirklichkeit und Unwirklichkeit, Alleinsein und Mit-einem-anderen-Sein – diese p