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Im Umfeld psychotischer Erkrankungen sind häufig Manifestationen von Gewalt in verschiedenen Formen zu beobachten. Die vorliegende Arbeit untersucht deren Herkunft. Waren sie lange Zeit rätselhaft und wurden als ein Teil des »Uneinfühlbaren« betrachtet, das Karl Jaspers (1973) in seiner Psychopathologie den Psychosen zugeschrieben hat, ergibt sich inzwischen aus zahlreichen epidemiologischen Studien, dass viele psychotische Patienten in der Kindheit Missbrauch und Misshandlung erfahren haben. Diese Gewalterfahrungen haben zu traumatischen Reaktionen und zur Introjektion von Tätern und gewalthaften Beziehungen geführt. Es werden epidemiologische Forschungsergebnisse zum Zusammenhang von kindlicher Misshandlung und Erwachsenenpsychose vorgestellt. Die Prozesse der Internalisierung, psychischen Strukturbildung und psychotischen Realitätsverkennung unter den Bedingungen von Gewalteinwirkungen werden eingehend psychodynamisch untersucht und ein Verständnis der psychologischen Gewaltauswirkungen erarbeitet.