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»Für Millionen von Frauen sind gewalttätige Partnerschaften – ein Oxymoron, wie es im Buche steht – tägliche Realität« (Stark, 2007, S. 113; Übers. J.P.-W). Diesen Satz schreibt Evan Stark wie nebenbei in seiner 452 Seiten umfassenden Studie über die Misshandlung von Frauen durch Männer in Partnerschaften. Und obwohl sie beinahe zwanzig Jahre alt ist, hat sich an der Alltäglichkeit wenig geändert. Derzeit wird in Deutschland statistisch alle zwei Tage eine Frau von einem gegenwärtigen oder ehemaligen Partner getötet, wie die Zahlen des Bundeslagebilds 2024 zu Geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichteten Straftaten des Bundeskriminalamts nahelegen (BKA, 2024, S. 40). Während die meisten Opfer von Mord und Totschlag Männer sind, erliegt die Mehrheit der Frauen, die solchen Taten zum Opfer fallen, »Partnerschaftsgewalt« (BKA, , S. 43).
Mit Stark ist zu fragen, von welcher Partnerschaft hier überhaupt die Rede sein kann. Meist werden aber andere Fragen gestellt: Warum ist die Frau nicht einfach gegangen? »Warum warst Du noch so nett zu ihm« (Döll-Hentschker, 2025)? Warum hat die Frau den Mann nicht verlassen, bevor er sie umgebracht hat? Starks Studie erlaubt die Einsicht, dass diese Fragen einerseits auf der richtigen Vermutung basieren, dass
* Evan Stark: Coercive Control. How Men Entrap Women in Personal Life. Oxford (Oxford University Press) 2007. 452 Seiten, ca. € 33,26.
Evan Stark: Children of Coercive Control. Oxford (Oxford University Press) 2023. 391 Seiten, ca. € 39,25.
Bei der Redaktion eingegangen am 15.2.2026.
solche Tötungen nicht aus dem sprichwörtlichen Nichts heraus geschehen, sondern sich in einer Eskalation anbahnen. Stark erlaubt aber auch zu verstehen, dass solche Fragen andererseits zu optimistisch davon ausgehen, dass Paarbeziehungen, die in Mord oder Totschlag münden, sich einfach aufkündigen lassen, so dass die Bedrohung endet. Ein Großteil der Taten findet während oder nach der Trennung statt. Die Bedrohung bleibt mithin bestehen, ganz gleich w