You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
»Innere Folgen äußerer Gewalt« ist der Titel des Beitrags, den Susanne Döll-Hentschker für das vorliegende, von ihr konzipierte und mitherausgegebene Doppelheft vorgesehen hatte. Sie hat ihn nicht mehr schreiben können. Anfang März dieses Jahres ist sie verstorben.
Die Nachricht vom Tod eines nahestehenden Menschen ist immer wie ein brachialer Schlag in die Magengrube. Man kann sich nicht darauf vorbereiten. Auch dann nicht, wenn die Nachricht nicht völlig überraschend kommt.
Susanne war diskret, hat aber keinen Hehl aus ihrer schweren Erkrankung gemacht und so über sie und die Ergebnisse der Behandlungen, denen sie sich unterziehen musste, gesprochen, wie auch ihre Texte verfasst sind: direkt, schnörkellos, klar. Der vielfältigen, vielseitigen Verantwortungen bewusst, ruhig, ernst. Und zugleich gepfeffert mit dem für sie so typischen trockenen Humor.
Die einen verstummten dann bisweilen und wandten sich betreten ab – amüsant anzusehen, es sprach Bände. Die anderen nahmen die darin enthaltene Einladung zum Darüber-Sprechen an – und bekamen so die Chance, eine Menge zu erfahren, über Sachlage und Wissensstand, Möglichkeiten und Probleme, und dann, allmählich, versteckter, auch über Susanne selbst, ihre Wünsche, Hoffnungen, Befürchtungen.
Und allmählich rückte so in den Blick, dass sie eigentlich immer über das sprach, was sie stets beschäftigte: das, worin wir sind, ganz gleich, ob wir das nun akzeptieren, wissen und verstehen oder nicht.
* Eingegangen am 7.5.2026; angenommen am 11.5.2026.
Man kann das »das Psychische« nennen, »Unbewusstes«, »das Soziale«, »Gesellschaft« – oder auch einfach: die Verhältnisse, in denen wir leben. Susanne war einer der Menschen, mit denen man sie sich im Sprechen und Nachdenken erschließen und erarbeiten konnte. Und am Ende war da immer etwas ganz Konkretes, Greifbares, ein handfestes Ergebnis.
Umso unfassbarer die Nachricht ihres Todes. Dass sie nicht mehr da sein sollte, wirkte unglaubwürdig. Und dann, auf einmal, war es auch da, dieses