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Gemeinsam verfasst haben dieses Buch Harald Meller, »einer der prominentesten Archäologen weltweit«, Kai Michel, dessen »Bücher sich regelmäßig auf den Bestsellerlisten« finden, und Carel van Schaik, der als »Verhaltensforscher und Evolutionsbiologe« vor allem Menschenaffen erforscht hat – so der Klappentext. Auch der anspruchsvolle Buchtitel sowie die einleitende Ankündigung von Interdisziplinarität wecken die Erwartung, umfassend in die Grundfragen der extrem aktuellen Kriegswelt eingeführt zu werden. Wird hier Anschlussfähigkeit für die Psychoanalyse geschaffen, methodologisch oder anderweitig?
Der Text hat vier Teile, aus denen schließlich »zwölf Lektionen« abgeleitet werden. Betont wird die »existentielle Dringlichkeit, das kollektive Töten in seiner Genese zu verstehen« (S. 11). Dass dazu die drei Disziplinen Evolutionäre Anthropologie und Primatologie, Archäologie und Geschichts- und Religionswissenschaft (S. 17) ausreichen sollen, erscheint allerdings sogleich fragwürdig, weil ein Hinweis auf andere theoretische Herangehensweisen fehlt. Die einleitende, an das Mitgefühl appellierende Mahnung, die Tausenden von Kriegstoten und ihre Schmerzen nicht zu vergessen, sowie die Frage »warum dem Krieg nicht endgültig der Krieg erklärt worden« sei (S. 10), lassen zudem eine moralisierende Einengung der Analyse vermuten. Kann dennoch sozio-psychoanalytische Forschung durch sie angeregt werden?