You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Preis des vollständigen Werkes geheftet (17 Lieferungen) RM. 81.30. gebunden Ganzleinen RM. 88.— oder gegen monatliche Teilzahlungen von RM. 10.— bei sofortiger Zustellung oder monatlich eine Lieferung à RM. 4.60. Näheres siehe Prospekt.
Was wir heute Heilpädagogik nennen, ist der Niederschlag einer intensiven Wechselwirkung zwischen Erziehungslehre und Medizin; kein Wunder, daß ihr wissenschaftlicher Charakter umstritten ist. Auf dem heilpädagogischen Kongreß in Köln (1930) sprach man davon, daß die Heilpädagogik ein Konglomerat aller möglichen Disziplinen, eine Ausgeburt der Not, eine Kreuzung von Theorie und Praxis sei. Solche Feststellungen und Eindrücke verstärken sich bei der Durchsicht dieser beiden stattlichen Bände, welche das neue enzyklopädische Handbuch darstellen. Solche Bearbeitungen sind gewöhnlich ein Anzeichen dafür, daß ein Wissensgebiet reif geworden ist, so daß es Zeit wird an die Ernte zu denken. So wird man auch von dem enzyklopädischen Handbuch der Heilpädagogik mehr die Abschlüsse von Forschung und Erfahrung erwarten, Inventur und Bilanz einer Generation, weniger Ausblicke auf die Zukunft. Wir wissen, was für zähe und erbitterte Gegner der Psychoanalyse diese Generation hervorgebracht hat, wir wissen, daß sie in einem gehässigen, der Wissenschaft sonst fremden Ton die Psychoanalyse bekämpft und nichts unversucht gelassen hat, die Objektiven und Bildungsdurstigen von ihr fernzuhalten. Bis diese Generation von einer innerlich freieren allmählich abgelöst wurde, die der Forschung weniger voreingenommen gegenübersteht und Menschliches dort zu sehen wagt, wo jene bloß entrüstet abwehrte. Wie denkt das vorliegende Handbuch über das Lebenswerk Sigm. Freuds, welchen Platz will es der Psychoanalyse in der Heilpädagogik einräumen? Man hat den enzyklopädischen Bearbeitungen im allgemeinen den Vorwurf gemacht, daß die Autoren bloß die jeweils von ihnen vertretene Lehrmeinung publizieren und so gelegentlich eine nur erwünschte, tatsächlich nicht vorhandene