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Berlin hat er noch nicht kennengelernt, da ist für ihn mit dieser Stadt bereits das Versprechen auf rasches berufliches Avancement und wissenschaftlichen Erfolg verknüpft:„Kommst Du nicht auf kurzem Weg zu einer Stelle, so mußt Du wohl nach Berlin zurück. Ich weiß keinen besseren Ort, wenn Du nicht so bald nach Amerika gehen willst“ (Freud 1960a, 174). Diese Empfehlung gibt Freud im August 1885 seinem Freund Karl Koller. Seine eigenen Hoffnungen, beruflichen Erfolg auf „kurzem Weg“ zu erreichen, hat Freud zu dieser Zeit mit einer anderen europäischen Metropole verknüpft: Paris. Um dieses Ziel dort zu erreichen, beantragt Freud bei der Wiener Universität die Gewährung eines Reisestipendiums: „Wenn das löbliche Professoren-Kollegium mir das Reisestipendium zuspricht, gedenke ich drei bis vier Monate bei Prof. Charcot in Paris an dem reichen Materiale der Salpêtrière Klinik Nervenkrankheiten zu studieren, wozu mir an den Abteilungen des Allgemeinen Krankenhauses eine ähnlich günstige Gelegenheit nicht gegeben ist“ (Freud 1956a, 49). In Paris angekommen, scheint sich Freud zunächst aber weniger für die klinische Arbeit interessiert zu haben, sondern er verfolgte offensichtlich eine anatomische Untersuchung über sekundäre Degenerationen, für die Charcot „…heute einen Brief an einen anderen Professor geschrieben (hat), damit ich Kindergehirne bekomme“ (Freud 1960a, 180; Br. v. 21.10.1885). Mit der beabsichtigten Fortsetzung seiner neuroanatomischen Forschungen verändert Freud die Zielsetzung seines Pariser Stipendiums, indem die klinische Orientierung in den Hintergrund tritt. Die Bemerkung: „Der Vormittag ist den Kranken, der Nachmittag der Arbeit gewidmet“ (Freud 1960a, 180; Br. v. 21.10.1885) mag die unterschiedliche Wertschätzung beider Tätigkeiten illustrieren.1 Mit der Veränderung des ursprünglich geplanten Vorhabens für Paris verwirft Freud auch eine Empfehlung seines verehrten Lehrers Ernst v. Brücke, der ihm von einer wissenschaftlichen Laufbahn dringend abg