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„Deutschland wird sich an unserer Sache wohl erst dann beteiligen, wenn irgendein Oberbonze sie feierlich anerkannt hat Vielleicht wäre der kürzeste Weg, den Kaiser Wilhelm, der ja alles versteht, für sie zu interessieren…“ , so seufzt Freud in einem Brief an Jung im Sommer 1907 (Freud/Jung 1974, S. 86).
Nachdem er erste internationale Anerkennung am Züricher Burghölzli gefunden hat, verfolgt er aufmerksam die Aufnahme seiner revolutionären Ideen in der deutschen Psychiatrie. Er publiziert selbst in den bekanntesten deutschen Fachzeitschriften und freut sich diebisch darüber, welche „Kuckuckseier“ er den nichtsahnenden konservativen Herausgebern ins Nest gelegt habe (Freud 1986, S. 476). Die Publikumsresonanz erscheint ihm gleichwohl mager. Abgesehen von dem Münchener Nervenarzt Leopold Löwenfeld gibt es einige wenige Sanatoriumspsychiater, deren Publikationen zur Psychoanalyse er als epigonal, langweilig und halbherzig abtut. Nach seinen schlechten Erfahrungen mit den ersten Schülern aus Berlin, Wilhelm Fließ und Felix Gattel (Hermanns/Schröter 1990), lehnt er es ab, persönlich in Wien seine Technik zu demonstrieren, ist aber enttäuscht, daß hauptsächlich seine hypnotisch-kathartische Methode aus der Frühzeit der Zusammenarbeit mit Breuer Nachahmer findet. Hannah Decker hat in ihrer Monographie „Freud in Germany“ diese Frührezeption detailliert nachgezeichnet und die Legende der „splendid isolation“ in Frage gestellt (Decker 1977).
Die erste entsprechende Falldarstellung publiziert Wolfgang Warda aus Blankenburg in Thüringen im Jahre 1900 (Warda 1900). Der Jenaer Privatdozent Wilhelm Strohmayer folgt ihm 1903 , und am 23. Oktober spricht der Dresdener Nervenarzt Arnold Stegmann (auf einer Psychiater- und Neurologenver