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Ich möchte im folgenden zwei sehr unterschiedliche Texte, einen linguistischen von Roman Jakobson (1960) und einen psychoanalytischen von Jean Laplanche (1992) diskursiv in Verbindung bringen. Im Zentrum beider steht der Begriff der Botschaft, ihre sprachlich-linguistische Besonderheit bei Jakobson, ihre intersubjektive Konstituierung bei Laplanche.
Merkwürdige Berührungsängste scheinen gegenwärtige die Psychoanalyse in der Auseinandersetzung mit anderen Wissenschaften zu hemmen. Die Angst, die Psychoanalyse zu verwässern, hat in letzter Zeit sowohl den innerpsychoanalytischen Dialog der unterschiedlichen psychoanalytischen Diskurse, als auch den Diskurs mit anderen human- und kulturwissenschaftlichen Diskursen, den zwar alle fordern, mit Mißtrauen belastet. Nicht grundlos. Die Psychoanalyse sieht sich von verschiedenen Seiten unter Druck. Im Rahmen der Richtlinienpsychotherapie sollte sie sich als wirksame und wirtschaftliche Therapie und im Rahmen der Wissenschaften als empirisch überprüfbare valide Theorie ausweisen. Die einen streben diesen Idealen nach, die andern halten sie für unverträglich mit der Psychoanalyse.
Ich will, bevor ich zur Sache komme, nur drei Grundhaltungen, die das psychoanalytische Denken prägen und auch für das folgende von Bedeutung sind, kurz streifen. Zum einen gilt weiterhin, wenn auch in veränderter Weise, was Freud als implizites epistemologisches Credo in der Einleitung zu „Triebe und Triebschicksale“ (, 210 f.) sagt. Nämlich, daß man schon bei der Beschreibung neuer Sachverhalte nicht vermeiden kann „gewisse abstrakte Ideen auf das Material anzuwenden, die man irgendwoher, gewiß nicht aus der neuen Erfahrung allein, herbeiholt.“
Zum andern, ebenfalls 1915 in „Das Unbewußte“ (1915e, 281), hat er erstmals das metapsychologische Prinzip formuliert. Daß diese Stelle immer wieder als abschließende Definition von Freuds Metapsychologie mißverstanden worden ist, soll uns nicht daran hindern, darin