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Zur Einleitung in unser Thema muß ich auf einige Charakteristika der Budapester Schule - die ihre Glanzzeit zwischen den beiden Weltkriegen erreicht hat - hinweisen. Sie wurde weitgehend durch die Persönlichkeit von Sandor Ferenczi und durch seine Ideen geprägt. Obwohl er lange Zeit der Lieblingsschüler und Freund seines Meisters Freud war und die beiden eng zusammengearbeitet haben, hat Ferenczi z. T. mit Billigung, später auch trotz Mißbilligung von Freud viele eigene Ideen und eigene analytische Haltungen entwickelt. Durch seine Entdeckungen und Gedanken vom Trauma in seinen letzten Lebensjahren ist es u. a. schließlich zu der Entzweiung der beiden Freunde und zu einer Kontroverse gekommen, die lange Zeit eine negative, bremsende Wirkung auf die Entwicklung der psychoanalytischen Theorie und Praxis ausgeübt und mit dazu beigetragen hat, daß die Entdeckungen der Budapester Schule - trotz einer relativen Blütezeit vor dem Zweiten Weltkrieg - z. T., insbesondere nach der Trennung durch den Eisernen Vorhang, in Vergessenheit gerieten.
Hier einige Grundideen, Schwerpunkte und Einstellungen von Ferenczi, die auch die Budapester Schule charakterisieren und die zum Verständnis der Auffassung der Budapester vom Trauma vorausgesetzt werden müssen:
Ferenczi und seine Schüler messen den gesellschaftlichen Einflüssen, der äußeren Realität immer eine wesentliche Bedeutung bei neben der pathogenen Wirkung des intrapsychischen Konflikts, der inneren oder psychischen Realität. Ferenczis erster psychoanalytischer Vortrag am Salzburger Kongreß 1908 hat den Titel: „Psychoanalyse und Pädagogik“, und weist auf schädliche Einflüsse einer Erziehung hin, die zuviel Verdrängung verlangt, die durch kollektive Abwehrmechanismen die Entfaltungsmöglichkeiten der einzelnen wesentlich einschränkt. Auch in seinen weiteren sozialkritischen Schriften „Die Bedeutung der Psychoanalyse für Rechtswesen und Gesellschaft“ (1913), „Psychoanalyse und Kriminologie“ (1919), „Pszichoanalízis és társadalompoli