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„Die wissenschaftshistorische Bedeutung der ‚Budapester Schule‘ ist auch heute nur wenig bekannt und erkannt. Sie entwickelte sich zweifellos unter der Einwirkung von Freuds genialem Lebenswerk, weist jedoch viele selbständige Züge und Linien auf, die durch ihren hervorragenden Repräsentanten und spezifische Ereignisse geprägt waren“ (Paál, 1978).
Die Tatsache der Unbekanntheit bezieht sich vor allem auf jene Psychoanalytiker, die nicht emigrierten, sondern in Ungarn blieben. Zahlreiche ungarische Analytiker, die ins Ausland gingen und sich in der Emigration in die psychoanalytische Bewegung ihrer neuen Heimat einschalteten, haben sich international einen Namen gemacht, und bei vielen wird die ungarische Herkunft und ihre Beziehung zur Budapester Schule heute eigentlich nur noch in Ungarn registriert. Was die Anerkennung anbelangt, so trifft die Aussage von János Paál noch immer zu, auch wenn sich die Lage seit 1977 - zumindest in bezug auf Sándor Ferenczi und Michael Bálint - wesentlich gebessert hat.
Bálint sah sich - wir können uns hier wieder auf die Studie von János Paál berufen - Zeit seines Lebens als Angehöriger der Budapester Schule. Auf dem Internationalen Psychoanalytischen Kongreß 1937 wies er auf die wichtigsten Charakteristika der Schule hin und formulierte eine klare Definition dieser wissenschaftlichen Werkstatt. „Zu einer Zeit, als im Mittelpunkt der Interessen der Forschung die Triebentwicklung stand, betrachtete diese Schule unter um und nach Ferenczi den Menschen als ein Wesen, das vom ersten Augenblick seiner Geburt an in einer bestimmten sozialen Beziehung, in der Mutter-Kind-Beziehung, lebt und sich entwikkelt“ (Paál, 1978, S. 111).
Das Verhältnis zwischen Bálint und der Budapester Schule zeigt aber auch widersprüchliche Züge: Es scheint, als hätte Bálint seine Tätigkeit als Mitglied der Ungarischen Psychoanalytischen Vereinigung später vergessen, und dieses selektive Vergessen äußert sich auch in seinen Arbeiten, nämlich in der Form, wie er mit