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Im Laufe meiner Tätigkeit an einer psychiatrischen Abteilung habe ich mich mit zahlreichen Borderline-Patienten beschäftigt. Diese jungen Patienten - sie kamen oft nach ihrer Behandlung in einer geschlossenen Abteilung auf unsere offenere Station - weckten meine Aufmerksamkeit und riefen positive Gefühle in mir hervor. Ich wollte eine längere therapeutische Beziehung mit ihnen aufbauen, das Vertrauen dieser außerordentlich verschlossenen und einsamen Menschen gewinnen und sie heilen. Aufgrund der kürzeren oder längeren therapeutischen Beziehung konnte ich nachträglich herausfinden, daß ihre Gefühle mir gegenüber, d. h. ihre Übertragungen, zweierlei Mustern folgten. Das eine Muster, das ich unter anderem bei einer homosexuellen Patientin erfahren habe, bestand aus einer rapide aufgekommenen positiven Übertragung, der zunächst eine wütende Enttäuschung, sodann das Pendeln zwischen diesen beiden Polen folgte. Im Verlauf der Therapie kam der starke Anklammerungsdrang in unerfüllbaren Sehnsüchten, irrealen Anforderungen und Phantasien zum Ausdruck. Das andere Muster ist eine scheinbare „Nichtanklammerung“. Diese Patienten zeigten lange Zeit keine Gefühle mir gegenüber, sie nahmen kaum Kenntnis von mir, sie unterbrachen die Therapie leichten Herzens, und zwar mehrmals aus Gründen, denen ich nicht immer folgen konnte. Trotzdem vermutete ich hinter diesem narzißtischen Verhalten eine unterdrückte Sehnsucht nach einer realen Beziehung voller Akzeptanz und Geborgenheit. Aufgrund dieser Erfahrung aus der therapeutischen Praxis versuche ich, an die Diagnose der Borderline-Persönlichkeit über die bisherigen Deutungen hinaus auch mit Hilfe des Anklammerungstriebs heranzugehen.
Laut Hermann (1984) bringt der Säugling nicht nur den Saugtrieb mit