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Der erste Bezugspunkt dieser Arbeit ist ein kurzer Traum, den Freud in der „Traumdeutung“ berichtet. Er lautet im Kontext seiner Tagesreste:
„Als mir einmal ein Kollege einen von ihm verfaßten Aufsatz überschickte, in welchem eine physiologische Entdeckung der Neuzeit nach meinem Urteil überschätzt und vor allem in überschwenglichen Ausdrücken abgehandelt war, da träumte ich die nächste Nacht einen Satz, der sich offenbar auf diese Abhandlung bezog: ‚Das ist ein wahrhaft norekdaler Stil‘. Die Auflösung des Wortgebildes bereitete mir anfänglich Schwierigkeiten; es war nicht zweifelhaft, daß es den Superlativen ‚kolossal, pyramidal‘ parodistisch nachgeschaffen war, aber woher es stammte, war nicht leicht zu sagen. Endlich zerfiel mir das Ungetüm in die beiden Namen Nora und Ekdal aus zwei bekannten Schauspielen von Ibsen. Von demselben Autor, dessen letztes Opus ich im Traum also kritisierte, hatte ich vorher einen Zeitungsaufsatz über Ibsen gelesen“ (1900, S. 297).
In seiner Freud-Biographie klärt uns Fritz Wittels auf, daß der Kollege, von dem Freud spricht, Isidor Sadger war, sein Onkel (, S. 64).1 Sadger habe Freud in den neunziger Jahren einen Aufsatz mit dem Titel „Das Märchen vom denkenden Eiweiß“2 überreicht, der die Arbeiten des Psychiaters Paul Flechsig verherrlichte: „Freud fand den Aufsatz bombastisch und da Sadger vorher über Ibsen geschrieben hatte, träumte Freud von einem norekdalen Stil…“ (, S. 64).
Grinstein (1980, Kap. 8), Anthi (1990) und Anzieu (1990, S. 347 ff.) nehmen in ihren Abhandlungen über den Traum vom norekdalen Stil von der Wittels-Stelle keine Notiz und vertreten übereinstimmend die Auffassung, daß sich hinter dem von Freud erwähnten „Kollegen“ Wilhelm Fließ verberge. Das ist natürlich nicht ganz abwegig. Ohne Wittels’ Geschichte hätte man nicht wissen können, daß sich der von Freud erwähnte Tagesrest auf Sadger bezog. Man konnte zwar keine Arbeit von Fließ über Ibsen angeben, und es war auch nicht ganz überzeu