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Schon immer haben die Träume und besonders Fragen nach deren Bedeutung und Stellenwert die Menschen beschäftigt. Die unterschiedlichsten Theorien und zahllose Erklärungsansätze wurden zu diesem Thema entwickelt, wobei Träume vielfach als göttliches Geschehen aufgefaßt wurden, als Möglichkeit der Seele, den Körper während der Nacht zu verlassen und umherzuwandern, oft sollen sie auch als Einblicksfenster für zukünftiges Geschehen dienen. Solche frühen Erklärungsversuche haben heutzutage ihre Bedeutung verloren. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts, ausgelöst und begründet durch Sigmund Freud und sein epochales Werk „Die Traumdeutung“ (1900a), wurden zahlreiche Versuche unternommen, den Traum als Forschungsgegenstand zu erfassen und ihn, mit Hilfe wissenschaftlicher Kriterien, zu untersuchen. Freud, der in seiner Arbeit viele verschiedene Quellen, Ideen und Impulse miteinander verknüpfte, machte den Traum durch seine Methode der Traumdeutung einer systematischen Beforschung zugänglich. Bis dahin bestand „Traumforschung“ vielfach aus anekdotischen Beschreibungen von einzelnen Traumbeispielen und deren „Interpretation“ durch die symbolische Deutung des gesamten Traumes oder mit Hilfe des „Chiffrierverfahrens“, also festgelegten Übersetzungsregeln.
Sigmund Freuds Traumdeutung stellt einen Wendepunkt in der wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Traum dar. Sie hat, wie kein zweites Werk, die weitere Entwicklung der Theorie und die Erforschung der Träume und auch des Unbewußten im 20. Jahrhundert maßgeblich beeinflußt. Zurecht hatte Freud über sein Werk im Vorwort zur dritten englischen Ausgabe geurteilt: „Insight such as this falls to one's lot but once in a lifetime.“ Auch heute noch wird der Einfluß der Traumdeutung in vielen Untersuchungen deutlich, sei es daß sich kognitionspsychologische Forscher wie z. B. Erdelyi (1985) an Freuds Ideen orientieren und sich mit seinem Werk auseinandersetzen, oder sich abgrenzen bzw. negativ darauf Bezug nehme