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Was ist der Traum? Wie erklärt es sich, daß wir träumen, und wie erklärt sich der Inhalt unserer Träume? Wir alle haben viel darüber nachgedacht, aber zu einem befriedigenden Resultat sind wir wohl nie gelangt. Es gibt eine große Reihe von Hypothesen und Systemen, die das Rätsel zu deuten versuchen. Restlos haben sie es noch nie gedeutet. Es ist übrigens seltsam, wie wenig trotzdem auf diesem Felde experimentell gearbeitet worden ist. An sich wären ja da allerhand interessante Versuche möglich. Etwa folgendermaßen: Man läßt die Versuchspersonen unter der Einwirkung der verschiedensten Luftverhältnisse träumen; man setzt sie im Schlaf den verschiedensten Düften aus oder den verschiedensten Geräuschen. Man läßt sie in diversen Lagen schlafen, berührt sie im Schlaf, läßt sie vor dem Schlafengehen verschiedene Quantitäten unterschiedlicher Getränke trinken und vieles andere mehr. Das wären Versuche, deren Ergebnisse uns über den Grad der Abhängigkeit des Traumes von körperlichen Erlebnissen aufklären würden. Man könnte weiter Experimente machen, die die psychischen Verhältnisse zu erhellen suchen: den Einfluß des Willens auf den Traum, die Frage, ob und inwieweit es möglich ist, vor dem Traum oder während des Träumens suggestiv auf den Träumenden einzuwirken, die Beziehungen des Traumes zu der Gedankentätigkeit, die ihm Tags zuvor vorangegangen ist.
All das könnte man. Aber es scheint mir, es ist nun - wenigstens vorläufig - überflüssig geworden. Vor einigen Jahren hat Sigmund Freud sein Buch über den Traum geschrieben. Ich kenne es noch nicht. Aber sein Grundgedanke ist so genial, so einleuchtend, daß er mich sofort lockte, die persönliche Nutzanwendung daraus zu ziehen, und der Erfolg ist verblüffend. Das Rätsel nimmt, je mehr man sich ihm auf diesem neuen Wege nähert, immer vertrautere Züge an. Es ist kein Rätsel mehr, und wenn man einigen Optimismus hat, so kann man wohl behaupten, daß wir in kurzer Zeit so weit sein werden, die psychischen Gesetze, unter denen das T