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Das ist ein besonderes Buch. Auf dem Einband das Porträtfoto einer schönen jungen Frau mit intensivem, leicht melancholischem Blick. Auf der Einbandrückseite dieselbe Person, die inzwischen 80jährige Verfasserin, eine schöne alte Frau. Dazwischen auf 408 Seiten ihre Träume aus dem Jahre 1945, Tag für Tag festgehalten und spontan kommentiert, beginnend am 1. Januar und endend am 31. Dezember. Die Widmung lautet: „Für Michael.“ Sie könnte auch lauten: „Für meinen Analytiker.“ Oder, ebenso zutreffend: „Für mich.“ Es ist eine „romanhafte Darstellung des persönlichen Schicksals der Autorin bis zurück in ihre Kindheit entstanden, als sie sich „als 80jährige Urgroßmutter“ daranmachte, ihre sie „faszinierenden Träume sowie die z. T. lebensbedrohlichen Umstände, durch die sie hervorgerufen wurden, zu einem zusammenhängenden Bericht aufzuschreiben“.
Der Entschluß zu diesem ungewöhnlichen Unternehmen fiel „14 Tage vor der Flucht aus Schlesien - nicht wissend, ob ich das kommende Jahr überleben würde“. Also in einer subjektiv hoch bedrohlichen Situation, die sich sogleich abbildet im ersten festgehaltenen Traum - „vollgestopft mit schauerlichen Kriegsängsten“. Die Ängste gegen Ende eines langen Lebens - „durch Krankheit ans Haus gefesselt“ - mögen ähnlich intensiv sein, wenn man den Mut hat, ihnen zu begegnen. Diesen Mut kann man der Autorin ohne Zögern zubilligen. Jedenfalls zeigt sie ihn nicht nur bei der Bewältigung äußerer Bedrohungen durch den NS-Staat, durch Flüchtlingschaos und familiäres Unglück, sondern gerade auch durch die selbst auferlegte stetige Konfrontation mit ihren Traumerinnerungen.
Das sind durchaus nicht nur „sonnendurchflutete Rückblicke“ (S. 111). Auch wenn nicht immer ganz deutlich wird, welche Einfälle, Kommentare und Analysen die spontane Reaktion auf den erinnerten Traumtext wiedergeben und was Ergebnis der Wiedereinfühlung und Reflexion fast 50 Jahre später ist - der Mut und die Entschlossenheit zum kreativen Umgang mit psychischer Dauerbelastung und h