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Das schon gewohnt frühlingshafte Wetter und die ausgewählte Gastfreundlichkeit der Organisatoren (Prof. Fichtner und Prof. Hirschmüller) bildeten den Rahmen für das nunmehr 12. Symposion zur Geschichte der Psychoanalyse. Die Zahl 12 veranlaßte Herrn Fichtner, der auch kurz von seiner Emeritierung und der damit verbundenen schwierigen Situation am Institut für Geschichte der Medizin berichtete, die jedoch die Zukunft des Symposions nicht zu bedrohen scheint, zu einigen gleichsam numerologischen Bemerkungen und Spekulationen. Bekanntlich rechnet das Unbewußte ja. Der Reigen der insgesamt 10 Vorträge wurde mit einem Beitrag von Herbert Will aus München mit dem Titel Was ist klassische Psychoanalyse? Vom polemischen und defensiven zum historischen Gebrauch eröffnet. Will konnte zeigen, daß der für uns so gängige und selbstverständlich gewordene Gebrauch des Begriffs der „klassischen Psychoanalyse“ einem Klischee entspricht und zuerst in defensiver Absicht, nämlich in den USA der 40er und 50er Jahre zur Abgrenzung von Abweichlern und Neuerem entwickelt wurde. Man denke in diesem Zusammenhang vor allem an Eisslers Formulierung einer normativen Idealtechnik, die allein die Deutung zu einem legitimen Instrument psychoanalytischer Technik erhebt. Das so entstandene Stereotyp wurde von einer anderen Seite, durch die sich mehr und mehr einstellende Kritik daran weiter bestätigt, es wurde zur Abgrenzung von einer tatsächlichen oder vermeintlichen Orthodoxie geradezu benötigt. Bei diesem polemischen Gebrauch wird explizit oder implizit mit der Gegenüberstellung von neu (Betonung des Hier und Jetzt, des Erlebens, der Emotionen, der Gegenübertragung) und klassisch im Sinne von alt (Betonung des Dort und Damals, der Einsicht, der Rekonstruktion und der Neutralität) gearbeitet. So war man sich trotz (oder vielmehr gerade wegen) der Gegensätzlichkeit der Ansichten schnell einig, was die klassische psychoanalytische Technik denn sei. Unterschlagen wurde von beiden Seiten, daß dieses S