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Das erste Luzifer-Amor Heft des Jahres 2002 greift eine Diskussion zwischen Daseinsanalyse und Psychoanalyse wieder auf, die 1950 in der PSYCHE auf Anregung Alexander Mitscherlichs von zahlreichen Psychoanalytikern im Anschluß an Medard Boss' Buch „Sinn und Gehalt der sexuellen Perversionen“ geführt wurde (siehe Hoffmann 1999) und die Helmut Thomä 1959 anhand des Buches von Medard Boss „Psychoanalyse und Daseinsanalytik“ (1957) ebenfalls in der PSYCHE fortsetzte. Bereits in den damaligen Diskussionen spielte Binswangers Fallgeschichte der Ellen West eine Rolle, die nach Thomä offen für psychoanalytische Deutungen sei, „auf jeden Fall aber nicht entgegengesetzt zur Psychoanalyse gesehen werden könne“ (Hoffmann 1999, S. 200). Binswanger zeige wie Freud die historisch-dynamische Auffassung, „welche die wahrgenommenen Verhaltensweisen nicht vernichtet, sondern in einen Bezugsrahmen stellt, der ihr Verständnis und ihre therapeutische Veränderung überhaupt erst ermöglicht“ (Thomä 1959, S. 897). Binswanger beteiligte sich selbst aktiv an den Diskussionen 1950 und 1959 - er starb 1966, 1980 wurde sein Sanatorium Bellevue in Kreuzlingen wegen finanzieller Schwierigkeiten geschlossen. Seit März 1986 besitzt die Universität Tübingen dank des großen Einsatzes des langjährigen Direktors des Institutes für die Geschichte der Medizin, Gerhard Fichtner, das Archiv des Kreuzlinger Psychiaters, Philosophen und Psychoanalytikers Ludwig Binswanger : „Die Ärztebibliothek und die große Sonderdrucksammlung befinden sich heute in der Obhut der Universitätsbibliothek, die Patientenunterlagen, das Verwaltungsschriftgut des Sanatoriums Bellevue sowie der wissenschaftliche Nachlaß von Ludwig Binswanger in der des Universitätsarchivs“ (Hirschmüller A., Schäfer V. 1999, S. 42/43). 1992 gab Fichtner den Briefwechsel zwischen Freud und Binswanger heraus. Fichtner, der sich um die Geschichte der Psychoanalyse und um Biographie und Briefwechsel Sigmund Freuds sehr verdient gemacht hat und macht, ar