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Ziel dieser Arbeit ist es, durch die Untersuchung von Deutungsaktionen einige Hypothesen über die Beziehung von Hysterie und weiblichem Kastrationskomplex zu überprüfen. Die sich hierbei ergebenden methodologischen Probleme wurden in einer vorangegangenen Veröffentlichung diskutiert (H. Thomä und A. Houben, 1967). Da in der kasuistischen Darstellung nur auf einige der psychoanalytischen Auffassungen über die Entstehung der Konversionshysterie eingegegangen werden kann und nur einige Aspekte des weiblichen Kastrationskomplexes einer genaueren Betrachtung unterzogen werden sollen, bietet sich folgendes Vorgehen an: Zunächst wird die Theorie der Konversion zusammengefaßt (I). Dann wird aus dem umfassenden Thema des weiblichen Ödipuskomplexes ein umstrittenes Problem, die Kastrationsangst der Frau, herausgegriffen (II). Schließlich werden bestimmte Thesen aus I und II kasuistisch erläutert (III, A, B, C, D).
Die Theorie der Konversion impliziert:
Unverträgliche Vorstellungen werden dadurch unschädlich gemacht, daß deren „Erregungssumme ins Körperliche umgesetzt wird“ (S. Freud, 1894, S. 63). Der Begriff der Konversion wurde nicht von Anfang an mit sexuellen bzw. genital-sexuellen Inhalten verknüpft, sondern dem Darwinschen Prinzip der „Ableitung der Erregung“ (S. Freud, 1895, S. 147) an die Seite gestellt. In der Krankengeschichte Frau Elisabeth von R. heißt es beispielsweise: „All diese Sensationen und Innervationen gehören dem Ausdruck der Gemütsbewegungen an, der, wie uns Darwin gelehrt hat, aus ursprünglich sinnvollen und zweckmäßigen Leistungen besteht“ (S. Freud, 1895, S. 251).
Der symbolische Ausdrucksgehalt ist dementsprechend kein feststehender, sondern ergibt sich jeweils aus der Beziehung zur ursprünglich sinnvollen Leistung. Schon in Freuds klassischen Hysteriekrankengeschichten finden sich viele Beispiele konvertierter „prägenitaler“, „aggressiver“ und anderer Impulse.
Nachdem Abraham (1921) den Tic eine „analsadistische Konversion“ genannt hatte, schlug vor,