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1. Leider ziehen es Blumenberg & Hegener vor, ihre Angriffe gegen einen kurzen Artikel in einer Tageszeitung zu wiederholen. Sie ignorieren die von mir vorgenommenen Differenzierungen und erwecken den Eindruck, dass sie in keiner Weise daran interessiert sind, zwischen religiöser Beschneidung und der millionenfachen Routinebeschneidung an Säuglingen zu unterscheiden, gegen deren behauptete Harmlosigkeit sich meine Sätze richteten. Ich hätte mir eine Stellungnahme zu der Frage gewünscht, ob Beschneidungen an Kindern aus »hygienischen« oder »ästhetischen« Gründen in medizinischer und/oder elterlicher Willkür ebenfalls unter den Schutz kultureller Differenzen fallen.
2. Das einzige, was Blumenberg & Hegener aus den Artikeln von Matthias Franz und mir herausgelesen haben, ist »Erstaunen und Empörung« - haben wir denn gar nicht argumentiert? Sie meiden eine Auseinandersetzung über die Fragwürdigkeit ihres methodischen Vorgehens. Mein wichtigster Punkt in der Kritik an ihrem Text war die Frage nach der Legitimität von Deutungen als Waffe und dem Ersatz von Einfällen eines Analysanden durch Unterstellungen eines Analytikers. Statt sich mit dieser Frage zu beschäftigen, wird sie abgeschüttelt und die unwissenschaftliche Praxis weiterhin gepflegt.
3. Wenn Blumenberg & Hegener, statt sich hinter der Karikatur eines christlichen Antisemiten einzuigeln, ein wenig in der Literatur geblättert hätten, wären sie nicht mehr überzeugt davon, dass in Genesis 34 keine Kriegslist dargestellt wird. Ihre Deutung der Textstelle (Blumenberg & Hegener 2012, S. 1126) mutet an, als wollten sie kleinbürgerliche Werte in die hebräische Mythologie projizieren - Dinah ist ein unschuldiges Mädchen, das von einem Prinzen vergewaltigt wird, worauf seine Brüder Rache nehmen, indem sie die Beschneidung fordern und dann die betrogenen Angehörigen Schechems am dritten Tag im Wundfieber erschlagen.
Man kann darüber viele Worte machen oder nur die nötigsten. Die Autoren der Bibel sind, wie ihre unbefangenen L