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Yigal Blumenberg & Wolfgang Hegener nehmen für sich in Anspruch, auf die von Wolfgang Schmidbauer und mir im Januarheft der Psyche formulierten Argumente gegen die religiös motivierte Genitalbeschädigung von kleinen Jungen geantwortet zu haben. Dies ist leider in keiner Weise gelungen und scheint wohl auch nicht wirklich beabsichtigt gewesen zu sein. Sie »antworten« auch in diesem Heft repetitiv mit Deutungen, Diagnosen und Unterstellungen - bezogen auf die Kritiker der Beschneidung. Schade. Denn dadurch gerät der wesentliche Punkt aus dem Blick.
Blumenberg & Hegener sind in ihrem traditionalistisch definierten Bezugsraum für Fakten und Argumente offensichtlich kaum erreichbar. Jedenfalls setzen sie sich nicht mit den Argumenten der Kritiker gegen die Beschneidung auseinander (Absatz 3 ihres Textes). Diese haben viele andere, auch Wolfgang Schmidbauer und ich, unter anderem in dieser Zeitschrift ausführlich dargelegt. Ich möchte sie nicht wiederholen. An dieser Stelle nur ein Hinweis auf die in der Aprilnummer 2013 der Zeitschrift Pediatrics [offizielle Zeitschrift der American Academy of Pediatrics, AAP] erscheinende Expertenkritik an dem oft pro Beschneidung angeführten »Technical Report and Policy Statement on Male Circumcision« der AAP. International renommierte ExpertInnen kritisieren einen kulturellen Bias und fehlerhafte Faktendarstellung durch die Beschneidungsbefürworter des AAP-Reports. Und vielleicht nur eine Frage: Wie ist es möglich, dass die Befürworter der Beschneidung kindlicher Genitalien Blumenberg & Hegener in ihrem neuen Text - neben anderen auch mir - Geschichtsvergessenheit unterstellen, wenn in einer kasuistischen Fallvignette (Franz 2013, S. 189f.) oder auch ganz grundsätzlich (z.B. S. 183) die traumatische geschichtliche Dimension des Beschneidungsdiskurses gerade auch für die in Deutschland geführte Diskussion dargelegt wird?
Der semantische Raum, in dem die Autoren ihre Begrifflichkeiten aufspannen, ist sehr weitgehend von theologischen Vors