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»Bion sagte mir, ein Patient, der seinen Analytiker nicht irreführen könne [to make a fool of his analyst] müsse sehr krank sein«, schreibt André Green (2000, S. 221). In dieser feinen Bemerkung spannt sich zwischen Ironie und Ernst ein fruchtbares Feld auf. Folgt man ihrem Faden, kommt man zu der Annahme, dass der Analytiker der Entwicklung seines Patienten in dem Maße im Weg steht, in dem er sich nicht auch - so möchte ich es anders als in der zitierten Übersetzung fassen1 - »zum Deppen machen« lassen kann. Bions Worte lassen erahnen, wieviel Klugheit es verlangt, sich zum »fool« machen lassen zu können, und wieviel Sicherheit, sich derart verunsichern zu lassen. Sie scheinen sich auf Freud zu beziehen, der aus Lessings Emilia Galotti zitiert: »Wer unter gewissen Bedingungen den Verstand nicht verliert, der hat keinen zu verlieren« (zit. nach Freud 1942a, S. 660).
Die Ironie, auch die Selbstironie wird von verschiedenen Autoren als wertvolles Element der psychoanalytischen Haltung beschrieben: Michael Parsons spricht von der tiefgründigen Bedeutung der Ironie, die sowohl dem Patienten als auch dem Analytiker helfe, das Aufgeben von Allmachtswünschen zu ertragen sowie »unerträgliche Elemente zu zähmen«, statt sie zu leugnen (vgl. Parsons 1999, S. 877, Übers. K. W. M.). John Steiner spricht von der Ironie als »Schutz vor der Korruption
* Bei der Redaktion eingegangen am 2.2.2023.
Bion spricht nicht von einem Irrtum, sondern von einem Menschen, der vorübergehend zum »fool« wird.
des Lügens auf der einen Seite und vor der Grausamkeit der Wahrheit auf der anderen« (Steiner , S. 144, Übers. K. W. M.). Die Fähigkeit zur Selbstironie erinnere an ein lächerliches, komisches Element der analytischen Haltung und schütze vor der ständigen Gefahr, sich zu ernst zu nehmen und deshalb nicht unterscheiden zu können, ob der Patient sich wirklich entwickelt oder sich lediglich fügt (vgl. S. xi). Die notwendige innere Beweglichkeit des Analytikers wird in dem Maße eingeschr